Konzept

TraMeTraMi - steht als Abkürzung für TransMediale TransMissionen, d.h. medienübergreifende Vermittlungs- und Übermittlungsprozesse.

TraMeTraMi, die Zeitschrift für digitalen Wissenstransfer, befasst sich mit der Dokumentation, der Analyse sowie der Vermittlung und Förderung von neuen Formen der digitalen Wissensproduktion. Die Beiträge der Zeitschrift beziehen sich auf, vermitteln oder sind selbst digitale Projekte wie z.B. Websites, Webdocumentaries, i-docs, open space documentaries, Videoessays, Onlinekurse, Webinare, Lehrexperimente oder Blended Learning-Konzepte (mit digitalen Komponenten), Podcasts usw. - kurzum: es geht um neue digitale, vor allem audio-visuelle Ausdrucksformen zur Wissensvermittlung. Im Fokus stehen komplexe, multimediale und interaktive wissenschaftliche Ausdrucksformen, die entweder genutzt werden, um einen eigenständigen wissenschaftlichen Beitrag zu publizieren, der medienadäquat mit seinem Gegenstand umgeht und z.B. audiovisuelle Evidenz organisiert, oder aber solche Ausdrucksformen dokumentiert und analysiert, um die Analyse und kritische Auseinandersetzung mit Fragen des digitalen Wissenstransfers, aber auch um die Vermittlung und kritische Begleitung von neuen, experimentellen digitalen Projekten zu forcieren.

Die Beiträge haben dabei eine wichtige Mittlerfunktion: Sie werden – ungeachtet ihrer medialen Form – entweder als Videos oder als zitierfähige PDFs eingestellt, die aber oft Verweisungscharakter haben, d.h. auf andere digitale Projekte verweisen, deren digitale Ausdrucksform sich bislang noch nicht in etablierte bibliographische bzw. filmographische Normen einfügt oder deren Annotationsform (und damit auch Zitierfähigkeit) noch ungeklärt ist. Sie leisten damit einen Beitrag zum Wissenstransfer selbst und zur Reflexion der materialen und materiellen Bedingungen dieses Wissenstransfers, zu denen auch die Infrastruktur des Wissens selbst gehört.

Der Titel der Zeitschrift TraMeTraMi (als Abkürzung für TransMediale TransMission) lehnt sich dabei an den im Deutschen bislang nur im technischen Kontext verwendeten Begriff "Transmission" an, mit dem eine Vorrichtung zur Kraftübertragung von einem Antriebssystem auf mehrere Arbeitsmaschinen bezeichnet wird (und der sich z.B. auch in Komposita wie "Transmissionsriemens" findet), bzw. wird von "Transmission" gesprochen, um den physikalischen Vorgang des Durchgangs von Strahlen (z.B. Licht) durch ein Medium ohne Änderung der Frequenz zu beschreiben. Bei der Konzeption des Titels Transmission wird auch an die im Französischen oder Englischen demgegenüber weitere, kultur- und medienwissenschaftliche Bedeutung gedacht, die man im Deutschen am ehesten mit dem Begriff "Übermittlung" (mitschwingend auch die Begriffe Übertragung und Vermittlung) übersetzen könnte. Vor allem im Kontext der Mediologie wird die sogenannte transmission culturelle - also die kulturelle Übermittlung - zum zentralen Aspekt der Analyse.

Die Mediologie versteht sich - wie es in einem der Referenztexte zur Einleitung in ihre deutsche Rezeption heißt - "ganz allgemein als Untersuchungsmethode der komplexen Korrelation zwischen einem symbolischen Körper (z.B. einer ästhetischen Form), einer Form der kollektiven Organisation (z.B. einem Wirtschaftssystem) und einem technischen System der Kommunikation. Dabei setzt die Mediologie bei dem Prozess der kulturellen Übermittlung bzw. Übertragung - der transmission culturelle - an, d.h. bei der Tatsache, dass alle Formen kulturell vermittelten Wissens materiale, technische, soziale oder auch ökonomisch geprägte Übertragungs- oder Übermittlungsprozesse durchlaufen, die nicht allen nur vordergründige Bedeutungen übertragen, sondern immer zugleich auch implizite Regeln der Übertragung selbst mit übermitteln." (Mersmann; Weber 2008, 7)

Die von der Zeitschrift für digitalen Wissenstransfer visierten Transmissions-Prozesse folgen daher dem Konzept einer kritischen Analyse von kulturellen Übermittlungsprozessen, die nicht nur von der Mediologie, sondern auch von der Akteur-Netzwerk-Theorie, praxeologischen Ansätzen und nicht zuletzt auch von der Soziologie eines Howard S. Becker angestoßen wurde.

Aus diesem Bewusstsein heraus, werden die Beiträge darauf abzielen, die materialen und materiellen, die technischen, wie auch sozialen und ökonomischen Bedingungen der Angebote eines digitalen Wissenstransfer nicht nur zu reflektieren, sondern auch zu dokumentieren und so transparent und offen zu gestalten. Die Beiträge sollten daher immer auch die materialen und materiellen, die technische, wie auch sozialen und ökonomischen Bedingungen einer kulturellen Transmission reflektieren, kurzum alle Faktoren bzw. das Zusammenspiel aller Akteure in einem Feld.

Die Ausgaben der Transmission enthalten (a) Originalbeiträge, (b) Beiträge, die sich auf einer Meta-Ebene mit bereits bestehenden digitalen Angeboten auseinandersetzen oder (c) Beiträge, die zur Veröffentlichung bestimmte, aber auf Grund ihrer medialen Form nur schwer zu bibliographierende wissenschaftliche Beiträge dokumentieren (was editionskritische Anmerkungen miteinschließt) und nun erstmals in einer bibliographisch erfassbaren Form zugänglich machen.

Vor einer Veröffentlichung durchlaufen alle Beiträge einen durch die Redaktion organisierten Peer Review Prozess. 


Quellenangaben: 

Mersmann, Birgit; Weber, Thomas: Vorwort. In: Mersmann, Birgit; Weber, Thomas (Hrsg.): Mediologie als Methode. Berlin: AVINUS 2008, 7-13.