Weber, Thomas (2026). "Medienwissenschaft als epistemologische Fachdisziplin - ein deutscher Sonderweg". TraMeTraMi - Zeitschrift für digitalen Wissenstransfer, 28/2026. DOI: https://doi.org/10.5281/zenodo.23529827
Der vorliegende Beitrag widmet sich der deutschsprachigen Medienwissenschaft und ihrer spezifischen Fachkultur, die sich – im internationalen Vergleich zu englisch- oder französischsprachigen Ansätzen – vor allem als eine Epistemologie des Medienwissens beschreiben lässt. Da eine universelle, kontextunabhängige Definition des Medienbegriffs kaum greift, verlagert sich das Erkenntnisinteresse auf die Analyse von Diskurs- und Wissensordnungen. Um die heterogene Landschaft aus Theorien, Denkschulen und Methoden handhabbar zu machen, schlägt der Text eine strukturierende Kartierung in sieben Ordnungen des Medienwissens vor. Diese Taxonomie versteht sich nicht als dogmatisches System, sondern als heuristisches Instrument („Landkarte“), das dazu dient, differente Methoden und epistemologische Fragestellungen innerhalb der Medienkulturwissenschaft mit hilfe von epistemologischen Leitfragen systematisch zu orientieren und zu differenzieren.